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Pflegestandard Wechseln und Pflege der Trachealkanüle
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Herausnehmen der liegenden Trachealkanüle, Reinigung und Pflege, ggf. Behandlung des Stomas, Einsetzen und Fixieren der neuen
Trachealkanüle, Reinigung der entnommenen Trachealkanüle.
Grundsätzliches:
Ein Mensch, der auf unbestimmte Zeit oder auf Dauer tracheotom iert bleibt, muss sich körperlich und psychisch auf die damit
verbundenen Veränderungen im täglichen Leben einstellen. Dabei sind der sorgsame Umgang mit dem Tracheostoma und die Vermeidung und Bewältigung hierdurch bedingter häufiger Störungen, wichtige Voraussetzungen
für die Aufrechterhaltung der Atmung und somit des Lebens. Je selbständiger und sicherer der Tracheotomierte mit der Handhabung dieser Situation zurecht kommt, desto unabhängiger und komplikationsloser kann sein
Leben sein. Eine sorgfältige Tracheostomapflege ist nötig, um die Atemwege freizuhalten und die Trachea vor Austrocknung und Verunreinigung bzw. Infektionen zu schützen. Patienten, die aus dem stationären
Bereich nach Hause kommen, sind in den meisten Fällen mit dem “Erstausstattungsset” ausgestattet worden.
Vorbereitung:
- Einmalhandschuhe
- Nierenschale
- evtl. Absauggerät, sterile Absaugkatheter, sterile Einmalhandschuhe
- geeignetes Reinigungsmittel für das Tracheostoma (reinigend und desinfizierend )
- dünne Reinigungsbürste
- Tupfer / Watteträger
- Hautpflegemittel
- Trachealkanüle mit eingelegtem Haltebädchen
- Innen- und Außenkanüle mit etwas Stomaöl einreiben (die Kanüle wird gleitfähiger, und ein Verkleben der Innen- und Außenseite wird verhindert)
- spezielles Tracheostomatuch
- Mundpflegemittel
- Baumwolltuch oder Kompresse
- Abfallbehälter
- Inhalationsgerät mit Zusatz
Durchführung:
Die Tracheostomapflege wird mindestens 1 bis 2 mal täglich durchgeführt. Unter Umständen muss auch jedes Mal die Kanüle gewechselt
werden.
- Für gute Lichtverhältnisse sorgen
- Patient bequeme sitzende Position einnehmen lassen
- evtl. Patient die Tracheostom aversorgung im Spiegel beobachten lassen
- Einmalhandschuhe anziehen
- evtl. Trachea und Mund absaugen, Schlitzkompresse entfernen
- Trachealkanüle entfernen (soll kein Kanülenwechsel stattfinden, nur die Innenkanüle entfernen) und in die Nierenschale ablegen
- evtl. nochmals absaugen
- mit Tupfer / Wattesträger Reinigung des Trachostomas mit dem entsprechenden Mittel, evtl. vorhandene Borken vorsichtig lösen
- sorgfältige Hautpflege rund um das Stoma
- Kanülenbändchen erneuern, falls kein Kanülenwechsel stattfindet, sonst: neue Kanüle vorsichtig, mit leichtem Druck und den anatomischen
Verhältnissen angepasst, einführen
- Kanüle mit dem Bändchen um den Hals fixieren (Bändchen darf nicht zu locker oder zu straff sitzen)
- Schlitzkompresse um die Kanüle legen
- evtl. Patient inhalieren lassen
- Mundpflege durchführen, danach Tracheostomahalstuch umlegen
Hat kein Kanülenwechsel stattgefunden:
- Innenkanüle reinigen /desinfizieren (innen ausbürsten), Kanüle unter fließendem Wasser gründlich abspülen, trocknen und mit Stomaöl einreiben
- Innenkanüle einführen
Nachbereitung:
- gebrauchte Kanüle mit geeignetem Reinigungsmittel gründlich reinigen
- Kanüle innen mit einer dünnen Bürste ausbürsten, gründlich unter fließendem Wasser abspülen, trocknen und mit einem Baumwolltuch oder einer
Kompresse verpacken
- Abfall geschlossen entsorgen
Wichtig:
- Trachealkanülen müssen immer wieder auf ihren einwandfreien Zustand überprüft werden. Besonders bei Silberkanülen kann es zu kleineren Rissen
oder Scharten kommen, die dann Verletzungen der Schleimhäute verursachen können.
- Die Beschaffenheit des Sekrets und der Zustand des Tracheostomas müssen beobachtet und dokumentiert werden (Blut, Eiter, Speichel, Borken und
Entzündungen).
- Wenn möglich, sollen die Patienten schrittweise an die selbstständige Trachestomapflege herangeführt werden.
- Patienten, bei denen das sprachliche Organ erhalten ist, werden mit einer Sprachventilkanüle versorgt.
- Beim Duschen und Haare waschen, unbedingt ein aus Gummi bestehender Duschschutz anlegen
- auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen achten – Luftbefeuchter, der keimfreien warmen Dampf produziert, ist sehr wichtig
- für jedes tracheales Absaugen einen neuen sterilen Katheter verwenden. Ein Absaugunterbrecher sorgt dafür, dass beim Einführen des Katheters
kein Sog im Absaugsystem herrscht und so die Schleimhaut geschont wird.
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