Arzneimittellehre (Einleitung)
Was sind Arzneimittel?
Arzneimittel im Sinne des Arzneimittelgesetzes sind Stoffe und Zubereitungen aus Stoffen, die dazu bestimmt sind, durch Anwendung am und im menschlichen oder tierischen Körpern Krankheiten, Leiden, Körperschäden oder krankhafte Beschwerden zu heilen, zu lindern, zu verhüten (vorbeugen) oder zu erkennen.
Was sind Heilmittel?
Heilmittel sind Dienstleistungen, die von dazu ausgebildeten und zugelassenen Personen erbracht werden. (z.B. Massagen, Kuren).
Was sind Fertigarzneimittel?
Fertigarzneimittel sind Arzneimittel die im voraus hergestellt und in einer zur Abgabe an dem Verbraucher bestimmten Packung in den Verkehr gebracht werden.
Kennzeichnung von Arzneimitteln
  1. Name oder Firma des Herstellers (unter Umständen Apotheke)
  2. Inhalt nach Gewicht
  3. Art der Anwendung, Gebrauchsanweisung
  4. wirksame Bestandteile nach Art und Menge
  5. Herstellungsdatum
  6. ein Hinweis auf die Haltbarkeit
  7. Bezeichnung des Arzneimittels
  8. Zulassungsnummer
  9. Chagenummer (ganz wichtig für uns: niemals entfernen)
  10. Darreichungsform
  11. Verfallsdatum mit dem Hinweis: Verwendbar bis ...
  12. Anwendungsgebiete: in deutscher Sprache; muss für jeden verständlich sein
  13. Gegenanzeigen
  14. Nebenwirkungen
  15. Wechselwirkungen mit anderen Arzneien bzw. Mitteln (z. B. Alkohol)
  16. Kennzeichnung: Verschreibungspflichtig bzw. Apothekenpflichtig
Arzneiformen
Der Arzneistoff soll möglichst schnell an dem Wirkungsort gelangen. Dabei ist es wichtig, die Arzneiform genau zu wählen (welches Krankheitsbild liegt vor). Häufig ist ein Wechsel des Arzneimittels empfehlenswert um die Wirksamkeit des Medikamentes zu gewährleisten, da bei Daueranwendung eines Medikamentes die Wirkung nachlassen kann bzw. eine Abhängigkeit (z. B. Tramal) nicht auszuschließen ist.
1. Tabletten
Tabletten sind durch pressen einer Mischung von Arzneistoffen mit Hilfsstoffen hergestellt worden.
Bestandteile: Wirkstoff(e); Füllstoff (z. B. Stärke, Lactose); Gleitstoff (werden verwendet, damit die Tabletten besser von der Maschine abgehen); Bindemittel (z. B. Gelantinelösung); Sprengmittel (zur Liberation = Freisetzung des Wirkstoffes)
Tabletten nimmt man zur äußeren (z. B. Desinfektionsmittel, Tabletten zum Gurgeln) und inneren (z. B. Lutschtabletten, Lösungstabletten, Brausetabletten, Retardtabletten, Filmtabletten)
2. Dragee
Dragees haben einen Kern und eine Hülle. Die Hülle ist mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. Die Aufgabe eines Dragees besteht darin, den Wirkstoff des Medikamentes durch den Magen in den Darmtrakt zu befördern, da erst hier die volle Wirksamkeit des Medikamentes gewährleistet ist.
3. Pulver
a): abgeteiltes Pulver: abgeteilte Pulver sind in Wachspapier eingepackt (Feuchtigkeitsabweisend)
b): nicht abgeteilte: nicht abgeteilte Pulver sind in einer größeren Dosierung (z. B. Bifiteral in Pulverform)
4. Kapseln
Die Hülle einer Kapsel besteht aus gehärteter Gelantine. Der unangenehme Geschmack wird durch die Hülle der Kapsel weggenommen. Mit der Kapsel wird eine gute Einnehmbarkeit, eine gute Dosierbarkeit und ein optimaler Zerfall im Magen- und Darmsaft gewährleistet.
5. Zäpfchen
Zäpfchen dienen zur rektalen bzw. in einzelnen Fällen, vaginalen Applikation von Medikamenten. Die Aufnahme des Arzneistoffes aus dem Rektum erfolgt langsamer und mengenmäßig geringer als im Magen oder Dünndarm. Der Vorteil liegt darin, dass die Magenschleimhaut nicht angegriffen wird.
6. Lösungen
Lösungen sind flüssige, klare Zubereitungen, die mindestens aus zwei Stoffen bestehen (Wirkstoff + Lösungsmittel)
7. Tropfen
Tropfen sind wässrige, alkoholische oder ölige, mit stark wirksamen Arzneistoff, die nicht löffelweise eingenommen werden.
8. Mixturen
Sind wässrige, auch gesüßte, aromatische Lösungen.
9. Injektionen
Ein flüssiges Medikament mit relativ kleinem Volumen wird mittels Injektionsspritze s. c., i. m., i. v. verabreicht.
10. Infusionen
Ein flüssiges Medikament mit relativ hohem Volumen wird mittels Infusionsbesteck verabreicht (meist venöser Zugang).
11. Augentropfen
Augentropfen sind sterile wässrige oder ölige Lösungen die zur tropfenweisen Anwendung am Auge bestimmt sind.
12. Augensalben
13. Salben
Salben sind halbfeste Arzneiformen, in denen Arzneistoffe gelöst, suspendiert (Arzneimittel liegt in feinster Form vor ist aber nicht gelöst) oder emulgiert (liegt vor, wenn zwei verschiedene Bestandteile in gleichmäßiger Verteilung vorliegen.
14. Aerosole
Dient für eine feine Verteilung von festen oder flüssigen Teilchen in einem Gas. Die Vorteile sind eine schnelle Handhabung des Medikamentes (kann man bei sich tragen) und eine häufig schnelle Linderung (z. B. Asthmaanfall)
Alle genannten Medikamente sind Urheberrechtlich geschützt. Die benannten und beschriebenen Medikamente dienen nicht als Werbung für das jeweilige Produkt.

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Glukovital

 

 

 

 

Glucobay

 

 

 

 

Haloperidol

 

 

 

 

 

Arzneimittelapplikation über Ernährungssonden:
Da wir immer mehr Bewohner mit Ernährungssonden pflegen, fragen wir uns immer häufiger über die Möglichkeiten der Applikation von Medikamenten über die Ernährungssonde. Auf die Frage, ob ein gemörsertes und über die Sonde verabreichtes Medikament überhaupt noch seinen Wirkungsgrad erziehlt, gibt es hier Antworten:

Arzneimittelapplikation über Ernährungssonden

Mein Linktip zum Thema Medikamente ist die Homepage von Andreas Pfaff