Beatmung
1. Beatmung mit Hilfsmitteln
Wegen der Selbstgefährdung des Helfers durch Krankheitserreger sollte die Beatmung nach Möglichkeit nur über geeignete Beatmungshilfen oder Handbeatmungsbeutel erfolgen.
Beatmung mit Handbeatmungsbeutel:
Zu Beginn der Beatmung müssen die Atemwege freigeräumt und freigehalten werden. Nach einer Überstreckung des Kopfes wird die Maske aufgesetzt. Die Maske wird mit Daumen und Zeigefinger der einen Hand umfaßt und über den Bereich des Mundes und der Nase des Betroffenen aufgesetzt. Während Mittel-, Ring und Kleinfinger des Helfers den Unterkiefer des Verletzten umfassen und dabei gleichzeitig etwas anheben, wird mit dem Daumen und dem Zeigefinger die Maske auf das Gesicht aufgepreßt. Der Kopf ist immer in Überstreckung zu halten. Mit der anderen Hand umgreift der Helfer den mit der Maske verbundenen, möglichst auf dem Knie des Helfers aufliegenden Beatmungsbeutel und komprimiert diesen zur Beatmung. Dadurch strömt Die im Lumen des Beutels befindliche Luft über ein Ventil und die Maske in die Atemwege des Betroffenen. Nach jeder Kompression des Beutels entspannt der Helfer die den Beutel umgreifende Hand, damit sich der Beatmungsbeutel wieder füllen kann.
Abb.: Beatmungsbeutel Combibag der Firma Weinmann
2. Beatmung ohne Hilfsmittel
a) Mund- zu- Nase Beatmung
Der seitlich in Kopfhöhe des Verletzten kniende Helfer überstreckt zuerst den Kopf. Mit dem Daumen der am Kinn liegenden Hand wird der Mund des Verletzten durch Druck der Unterlippe gegen die Oberlippe abgedichtet. Der Helfer atmet dann etwas tiefer ein und bläst seine Ausatemluft mit geringem Druck in beide Nasenlöcher des Verletzten. Während der Ausatemphase des Verletzten kontrolliert der Helfer den Erfolg seiner Maßnahme durch Blick auf den sich jetzt senkenden Brustkorb. Die beschriebene Beatmung muss in der dem Verletzten angepassten Atemfrequenz durchgeführt werden.

b) Mund- zu- Mund Beatmung
Der seitlich in Kopfhöhe des Verletzten kniende Helfer überstreckt zuerst den Kopf. Mit dem Daumen und dem Zeigefinger der auf der Stirn des Bewusstlosen aufliegenden Hand wird die Nase verschlossen. Der Helfer atmet dann etwas tiefer ein und bläst seine Ausatemluft mit geringem Druck in den Mund des Verletzten.

Während der Ausatemphase des Verletzten kontrolliert der Helfer den Erfolg seiner Maßnahme durch Blick auf den sich jetzt senkenden Brustkorb. Die beschriebene Beatmung muss in der dem Verletzten angepassten Atemfrequenz durchgeführt werden.
zurück zum Inhaltsverzeichnis
Herz- Lungen- Wiederbelebung (Reanimation)
Bei der Herz- Lungen Wiederbelebung werden die Maßnahmen der Atemspende und der Herzdruckmassage kombiniert. Die Herz- Lungen- Wiederbelebungsmaßnahmen können von einem oder von zwei Helfern durchgeführt werden. Es werden daher unabhängig von den verwendeten Hilfsmitteln eine Ein- Helfer- Methode und eine Zwei- Helfer- Methode unterschieden.
In jedem Fall muss nach Feststellung eines Herz- Kreislauf- Stillstandes mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden, die kontinuierlich bis zum Erfolg der Maßnahmen, mindestens aber bis zum Eintreffen des medizinischen Einsatzpersonals fortzuführen sind.
Die Herzdruckmassage
Feststellung eines Herz- Kreislauf- Stillstandes:
Ein Herzkreislaufstillstand liegt bei einem kompletten Ausfall der drei Vitalfunktionen Atmung, Bewusstsein und Kreislauf vor. Um irreversible Gewebsschädigungen zu vermeiden muss unmittelbar mit einer Herz- Lunge- Wiederbelebung begonnen werden.
Ziel der Herzdruckmassage ist die Erzeugung eines Minimalkreislaufes durch direkte Kompression des Herzens zwischen Brustbein und Wirbelsäule.
Durchführung der Herzdruckmassage:
a) Lagerung des Betroffenen
Der Betroffene muss flach auf einem harten Untergrund liegen. Der Helfer kniet seitlich in Brustkorbhöhe des Verletzten.
b) Korrekter Druckpunkt
Der Oberkörper des Betroffenen wird durch Aufreißen oder Aufschneiden der Bekleidung freigemacht. Mit den Fingerspitzen wird die Fortsetzung des Brustbeins, der Schwertfortsatz ertastet. Der korrekte Druckpunkt für die Herzdruckmassage befindet sich drei Finger oberhalb der Spitze des Schwertfortsatzes.

    Abb.: Knöcherner Brustkorb mit Ausschnittsvergrößerung des Brustbeins

    1 = Brustbein

    2 = Schwertfortsatz

c) Aufsetzen des Handballens
In Höhe des Druckpunktes wird der Handballen einer Hand des Helfers im Längsverlauf des Brustbeines aufgesetzt. Die Finger der Hand werden dabei angehoben. Der Handballen der zweiten Hand wird mit ebenfalls angehobenen Fingern versetzt auf den Handrücken der ersten Hand aufgesetzt.

d) Druck- und Entlastungsphase
Die in den Ellenbogengelenken des Helfers durchgestreckten Arme müssen sich senkrecht über dem Druckpunkt befinden. Mit den Schultern übt der Helfer einen Druck Richtung Brustkorb des Betroffenen aus. Das Brustbein wird dabei für weniger als eine halbe Sekunde c a. 4 cm in Richtung der Wirbelsäule gedrückt. Ohne die Handballen vom Druckpunkt zu entfernen entlastet der Helfer den Druck für c a. eine halbe Sekunde.
e) Gefahren und Probleme bei der Herzdruckmassage
Wird der Druckpunkt zu hoch gewählt kann die Wirkung der Herzdruckmassage zu gering sein. Da das Brustbein kopfwärts weniger elastisch ist, kann es auch zum Bruch des Brustbeines kommen. Wird der Druckpunkt dagegen zu tief gewählt kann es zum Abbrechen des Schwertfortsatzes und zu Durchspießung innerer Organe kommen. Ist der Druckpunkt dagegen zu weit seitlich gewählt, oder wird der Druck bei korrektem Druckpunkt nicht senkrecht von oben ausgeübt, kann es zu Rippenbrüchen mit entsprechenden Folgeverletzungen kommen. Insbesondere bei älteren Menschen, aber auch durch die beim Helfer nach einer gewissen Zeit auftretenden Ermüdungserscheinungen kommt es immer wieder zu Rippenbrüchen. Diese dürfen jedoch kein Anlass für die Beendigung der Wiederbelebungsmaßnahmen sein.
f) Ein-Helfer Methode
Die Herz- Lungen Wiederbelebung (H L W) wird mit zwei Atemspenden begonnen. Nach Aufsuchen des korrekten Druckpunktes werden 15 Kompressionen des Brustkorbes mit einer Frequenz von 80 / Minute durchgeführt. Anschließend werden erneut zwei Atemspenden durchgeführt, bevor nach einer erneuten Bestimmung des Druckpunktes wiederum 15 Kompressionen des Brustkorbes durchgeführt werden. Falls möglich kann der Druckpunkt mit einem Stift markiert werden, um die bei der immer wieder erforderlichen Suche des korrekten Druckpunktes verlorene Zeit zu vermeiden.
Das Wichtigste: 2x Beatmung - 15x Herzdruckmassage - 2x Beatmung - 15x Herzdruckmassage u. s. w.
g) Zwei- Helfer Methode
Stehen zwei Helfer zur Verfügung, übernimmt einer die Herzdruckmassage, der andere die Beatmung. Auch hier wird die Herz- Lungen Wiederbelebung mit zwei Atemspenden begonnen, an die sich aber unmittelbar 5 Herzdruckmassagen mit einer Frequenz von 80 anschließen. Nach der 5. Kompression erfolgt eine erneute Atemspende, anschließen werden erneut Herzkdruckmassagen durchgeführt. Da zwischen Atemspende und Kompressionen keine Pause besteht, kann kontinuierlich ein Blutkreislauf aufrechterhalten werden. Durch Pausen entstehende Blutdruckabfälle werden vermieden.

Das Wichtigste: 2x Beatmung - 5x Herzdruckmassage - 2x Beatmung - 5x Herzdruckmassage u. s. w.
zurück zum Inhaltsverzeichnis