Aufgaben und Tätigkeiten im Überblick
Altenpfleger/-pflegerinnen betreuen und pflegen selbstständig und eigenverantwortlich ältere Menschen. Zu ihren Aufgaben in der Gesundheits- und Krankenpflege gehören zum Beispiel die Hilfe bei der Körperpflege, beim Essen, bei der Ausführung ärztlicher Verordnungen wie Verbandswechseln, Spülungen und Medikamentenverabreichungen sowie die Anleitung bei Bewegungs- und Atemübungen. Sie wirken auch bei der Behandlung und Rehabilitation kranker und pflegebedürftiger sowie behinderter und desorientierter älterer Menschen mit. Neben diesen medizinisch-pflegerischen Aufgaben betreuen und beraten sie ältere Menschen in ihren persönlichen und sozialen Angelegenheiten. Sie geben Hilfen zur Erhaltung der selbstständigen Lebensführung, leiten zur Freizeitgestaltung an, organisieren Feiern und Ausflüge und begleiten die älteren Menschen bei Behördengängen und Arztbesuchen. Im Rahmen der ambulanten Pflege arbeiten sie mit den Familienangehörigen und ehrenamtlichen Helfern zusammen und leiten diese in der häuslichen Altenpflege an.
Altenpfleger/innen arbeiten im medizinisch-sozialen Bereich, zum Beispiel in Altenwohn-, Altenpflege- und Altenheimen, in Rehabilitationseinrichtungen, gerontopsychiatrischen oder geriatrischen Kliniken bzw. Klinikabteilungen sowie im ambulanten Pflegedienst. Daneben sind sie auch in pflegerischen Einrichtungen zur Tages- oder Kurzzeitpflege von Senioren und Seniorinnen tätig.
Arbeitsplätze der Altenpfleger/innen sind vorwiegend Patientenzimmer, Gruppenräume, Untersuchungs- und Behandlungsräume aber auch Büros . Für Einsatzbesprechungen, Gespräche mit Patienten und Patientinnen bzw. Angehörigen halten sich Altenpfleger/innen gegebenenfalls in Besprechungsräumen auf. Im ambulanten Dienst sind sie im Rahmen von Hausbesuchen in Privatwohnungen tätig.
Altenpfleger/in: Aktuelles zu diesem Beruf
Bundesweite Verordnung über die Ausbildung als Altenpfleger/in
Am 1. August 2003 ist das Altenpflegegesetz in Kraft getreten, das die Ausbildung in der Altenpflege - vorher Sache der Länder - erstmals bundeseinheitlich regelt. Künftig wird in diesem Beruf generell an einer Berufsfachschule ausgebildet, die Ausbildung dauert in allen Ländern 3 Jahre, und die Schüler/innen haben einen Anspruch auf Ausbildungsvergütung. Die praktische Berufsausbildung wird nicht mehr als "Praktikum" absolviert, sondern als eigenständiger Teil in die Ausbildung integriert und zum größten Teil in stationären Pflegeeinrichtungen und ambulanten Diensten der Altenpflege abgeleistet.

Altenpflege
Die Bedienung eines Rollstuhls wird erläutert

Vorgestellt von der:

Linie02

Buchtip zum Thema Pflege, was kommt auf mich zu:

Pflege hat viele Gesichter

Das erste kompakte Selbsthilfebuch

ISBN-Nr. 3-936544-31-x

Inhalt:
Mit  dieser Buchveröffentlichung stellt uns die Autorin, Sabine Marya, nicht nur ein Buch zur Selbsthilfe, sondern auch gleichzeitig eine  einzigartige Dokumentation über die Situation von Pflegenden bei ihrer  Arbeit und in der Gesellschaft vor. Es unterstüzt Menschen, die privat oder beruflich pflegen.
Auf ihrem Weg, für sich selber gut zu sorgen, sich mit den Auswirkungen  der Pflege auf das eigene Leben auseinander zu setzen, um eigene negative Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern. (Psychohygiene!)
Pflege ist heute ein lohnendes Geschäft, aber nicht für die Menschen, die andere pflegen. Von ihnen wird immer mehr verlangt, und sie sind einer Vielzahl an Belastungen ausgesetzt. Was neben einer gerechteren Entlohnung dringend fehlt, ist eine Entlastung und eine bessere Unterstützung  in der positiven und bewussten Gefühlsregulierung der Pflegenden.
Es ist an der Zeit, dass ein Umbruch stattfindet im Bewusstsein der  Pflegenden. Es ist Zeit für die Pflegenden, hin zu schauen und die  eigenen Grenzen und Gefühle ernst zu nehmen. Manchmal ist es für Pflegende  nicht mehr möglich, weiterhin diese Arbeit zu verrichten, und in solchen Momenten ist es wichtig, nicht weiterhin zu funktionieren, sondern hin zu schauen und heraus zu finden, welche Alternativen es gibt. Es geht in unserem Leben nicht darum zu funktionieren! Es geht darum,  zu LEBEN!
Es wird Zeit, auch in der Pflege neue Wege zu gehen, die frei sind von  den Vorgaben, die die "Gesellschaft" den Pflegenden gibt. Es ist an  der Zeit, Unaussprechliches auszusprechen, sich ein positives Selbstbild  aufzubauen und dafür zu sorgen, dass es nicht nur der Patientin besser  geht, sondern auch den Pflegepersonen. Dabei möchte dieses Buch eine  Unterstützung sein!
Sabine Marya
Inhaltsverzeichnis:
Erfahrungen in der Pflege
Pflege im Angesicht von Leid, Tod und Toten
Motivation
II.  Professionelle Pflege
Belastungen in der professionellen Pflege
Sterben, Tod und Leichen, Pflege im Krankenhaus
Ambulante Krankenpflege
Pflege im Heim
Altenpflege
psychiatrische Pflege
Intensivmedizin - Pflege
Positive Erfahrungen Perspektiven?
III. Private Pflege
Ehrenamtliche Pflege
Pflegende Angehörige
Bis das der Tod uns scheidet?
Pflegende Mütter
Auszug aus dem Buch:
Immer wieder kommt es in bestimmten Situationen zu individuellen Ekelgefühlen, und bei den meisten Pflegenden tritt dieser Ekel die gesamte Pflegetätigkeit über in unterschiedlichen Abstufungen auf.
"Ich bin jetzt 21 Jahre im Beruf, und noch immer ekel ich mich jedes Mal  auf ein Neues vor den Gebissen. Gebisse putzen ist für mich noch immer  das Allerschlimmste! Würgreize steigen in mir hoch, die ich nur durch eine mir selbst beigebrachte Atemtechnik unter Kontrolle bekomme.", erzählt eine 38 jährige. Krankenschwester.
Ist es nicht möglich, den Ekel zu bewältigen, treten häufig zusätzlich Gefühle von Zorn und Geringschätzung gegen sich selber oder andere  auf. Ekelerregende Arbeitssituationen lassen eine zusätzliche Belastung in der privaten Pflege und im Pflegeberuf entstehen.
Sie können sich erschwerend auf das eigene berufliche und persönliche Selbstbild auswirken, aber auch auf professionelle Nähe und Distanz  zur PatientIn.
Bei den meisten Berufsanfänger/ Innen waren die Hauptmotive, sich für  diese Arbeit zu entscheiden, der Wunsch nach Nähe zum Menschen und etwas für andere machen zu wollen. Doch erst während des Arbeitsprozesses wird für die meisten Pflegenden deutlich, was hier tatsächlich Nähe bedeutet und wie stark dabei menschliche Tabubereiche gebrochen werden.
aus: Pflege hat viele Gesichter, S.15 ff